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Wie 'gesund' ein Unternehmen ist, hängt nicht nur von Aktienkursen, Liquidität oder gut gefüllten Auftragsbüchern ab. Das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Gerade angesichts des demografischen Wandels wird es für die Betriebe künftig noch mehr darauf ankommen, die Beschäftigten lange leistungsfähig im Betrieb zu halten.
Entsprechend dem TK-Medienservice "So krank ist Deutschland" vom Juli 2011 der Techniker Krankenkasse, fehlten im Jahr 2010 Frauen zwar häufiger krankheitsbedingt als ihre männlichen Arbeitskollegen; wenn Männer fehlten, dauerte die Krankschreibung mit 12,5 Tagen pro gelbem Schein jedoch länger als bei Frauen mit 12,1 Tagen. Knapp 1,8 Tage fehlte laut Techniker Kranken- kasse jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wegen Depressionen, Belastungs- störungen und Co. – einen halben Tag mehr als 2006. Das bedeutet, dass psychisch bedingte Fehlzeiten in Deutschland in den letzten vier Jahren um über 50 Prozent gestiegen sind.
Nahezu die Hälfte der Arzneimittel, die Männern bei der Techniker Krankenkasse verschrieben wurden, sind Herz-Kreislauf-Präparate (bei Frauen 22 %). Medi- kamente zur Behandlung von Stoffwechsel-Störungen machen weitere 14 % der "Männer-Apotheke" aus.
Psychische Störungen spielen bei den Fehlzeiten eine besonders große Rolle, weil Krankschreibungen aufgrund von Depression, Angst- oder Belastungs- störungen mit durchschnittlich 41 Tagen sehr lange dauern. Das bedeutet für die Unternehmen enorme Produktionsausfälle, für die Krankenkassen hohe Kosten und für die Patienten meist eine wochen- oder monatelange Leidenszeit.
Erkrankungen des Muskel-Skeletts-Systems, allen voran Rückenschmerzen, treten ebenso wie der Anteil stressbedingter Krankheiten wie Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen überdurchschnittlich häufig bei Beschäftigten auf, gefolgt von Erkrankungen des Atmungssystems wie beispielsweise Erkältungen.
In einer Studie der Initiative Arbeit und Gesundheit (iga) gab gut die Hälfte der produzierenden Unternehmen mit 50 bis 500 Beschäftigten an, dass das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bereits in ihrem Unternehmen angekommen ist. Gudrun Ahlers, BGM-Expertin bei der Techniker Krankenkasse (TK) erklärt, welche Bedeutung der Gesundheit der Mitarbeiter in der modernen Personalführung zukommt:
"Ein 50-Jähriger ist statistisch gesehen im Jahr fünf Tage mehr krank- geschrieben, verfügt aber über ein größeres Erfahrungswissen und weiß über innerbetriebliche Zusammenhänge besser Bescheid, so dass er in der kürzeren Zeit dennoch mindestens ebenso viel schaffen kann wie ein junger Kollege. Zudem nehmen mit dem Alter Zuverlässigkeit, Loyalität, Arbeitsmoral und soziale Fähigkeiten zu. Diese Fähigkeiten nicht für das Unternehmen zu nutzen, wäre wirtschaftlich unklug.
Gesundheitsförderung betrifft nicht nur die Rahmenbedingungen des Arbeitsplatzes, sondern vor allem das individuelle Verhalten – sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte.
Arbeitswissenschaftler haben in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass Beschäftigte, die keine Anerkennung erfahren, ein 2,4fach höheres Risiko für eine schlechtere Arbeitsfähigkeit haben. Mangelnde Wertschätzung durch den unmittelbaren Vorgesetzten sorgt bei Beschäftigten dafür, dass sie nicht mehr an ihre Fähigkeiten glauben, das geht so weit, dass die Leistungsfähigkeit irgendwann auch tatsächlich abnimmt. Ein gesundes Arbeitsklima ist daher eine wichtige Führungsaufgabe. Nur so fördert man Motivation, denn in Zeiten des Nachwuchsmangels können es sich Unternehmen schlicht nicht leisten, zusätzlich Mitarbeiter durch innere Kündigung zu verlieren.
D. h., Unternehmen, die auch im demografischen Wandel erfolgreich sein wollen, sollten sich um die Gesundheit ihrer Beschäftigten kümmern."
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